LIFT e.V.

Hilfsaktionen zur Coronakrise

Liebe LIFT Unterstützer*innen,

im Folgenden berichtet die Generaloberin Schwester Priya über die Hilfsaktionen der Helpers of Mary im Rahmen der Corona Pandemie. Der Bericht ist vom 30. April 2020 und wir danken unseren Freundinnen und Freunden von der Bartholomäus-Gesellschaft e.V. für die Weiterleitung und Übersetzung:

„Als Reaktion auf die zunehmende Schwere und die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs haben die Schwestern der Helpers of Mary in jeder Gemeinde wirkungsvolle Aktivitäten initiiert, die darauf abzielen, armen und bedürftigen Einzelpersonen und Familien Sicherheit und Hilfe zu bieten.

In der ersten Woche der Ausgangssperre hielten sich alle Schwestern nur in unseren Häusern auf. Aber wie immer, versuchten die Marys, Wege zu finden, um die Menschen in dieser

Die Schwestern nähen rund 2.000 Masken

schwierigen Zeit zu unterstützen. Wir setzten uns mit der Polizei, lokalen Führungskräften, Beamten der Stadtverwaltung und Freiwilligen in Verbindung und erhielten die erforderliche Genehmigung (Permission) für die Hilfseinsätze im Rahmen von COVID-19. Wir nahmen Kontakt zu Lebensmittelgeschäften auf, um Lebensmittelgetreide zu bestellen, da dieses in den Läden nicht mehr vorrätig war. Glücklicherweise halfen uns einige unserer Freunde, mit dem Lebensmittelgroßhändler Kontakt aufzunehmen und bestellten eine große Menge an Lebensmittelgetreide. Schwestern, Postulantinnen, die Schülerinnen, die in ihrer Ausbildung zu Gesundheitshelferinnen sind, und Kinder von Balbhavan haben mehr als 2000 Gesichtsmasken genäht.

 

Wir verteilten Lebensmittel, Masken, Gemüse usw. an Slumbewohner, Migranten, Gemüsehändler, Tagelöhner, Witwen, Behinderte, Dorffamilien, Hausmädchen, Bauern, Hilfsarbeiter auf Baustellen, Straßenverkäufer usw.  Daneben unterstützten wir die armen Familien mit finanzieller Hilfe und Sensibilisierung der Frauen.

 

 

 

 

 

 

Ein Hilfspaket enthielt:

  • 10 kg Reis
  • 5 kg Atta (Weizenmehl)
  • 2 kg Dal (Linsen)
  • 2 Stück Badeseife
  • 2 Stück Waschseife
  • Zucker & Teeblätter
  • Öl-Pakete
  • Gewürze (Chilli-Pulver, Koriander)
  • Kekse
  • Gesichtsmasken

 

In Andheri haben wir 1.200 Familien erreicht – es sind Frauen aus den Selbsthilfegruppen der Slums, Behinderte, Gemüseverkäufer, Migranten, alleinstehende Frauen in Familien, Witwen, Rikschafahrer. Darüber hinaus spendeten wir finanzielle und medizinische Unterstützung für 75 Familien.

Im Slum von Dharavi werden von uns etwa 1.800 Frauen betreut, mit denen wir zur Stärkung der Eigenständigkeit und Weiterbildung zusammenarbeiten. Sie sind hauptsächlich Hausangestellte, etwa 80 sind alleinerziehende Mütter, 48 Frauen sind Witwen, 19 sind behindert. 30 Müllsammlerinnen und 45 Tuberkulose-Patienten, die zur Fortsetzung der Medikation regelmäßige Nahrung benötigen. Es gibt eine Gruppe von Transgendern. Es sind etwa 50 Personen, die auf der Suche nach Lebensmittelgetreide sind. 2 benachbarte Wohnungen, die versiegelt worden sind, brauchen Lebensmittel.

In Nagacode unterstützten die Schwestern 500 arme Familien, Adivasi, Krebspatienten. Sie verteilten 15 Tage lang gekochtes Essen an 400 Familien.

Alle Stationen in den Nord-, Süd- und Zentralprovinzen haben die bedürftigen Familien und Einzelpersonen in ihren Gebieten erreicht.

In der ersten Phase haben wir mehr als 5.000 Familien erreicht.

Arme Menschen klopfen an unsere Tore und bitten in ihrer verzweifelten Lage um Hilfe und Nahrung. Daher läuft in allen Zentren die zweite Phase der Hilfsmaßnahmen.

Herausforderungen:

Die Herausforderungen bestehen darin, Material und Transportmöglichkeiten zu organisieren, und auch die Menschen zu organisieren und die Abstandsregeln zu wahren. Wasserknappheit ist in Indien eine anhaltende Krise, mit der die Menschen jedes Jahr konfrontiert sind. Zusätzlich zum Ausbruch des Coronavirus sind die Menschen in den Slums und den Dörfer mit Wasserknappheit konfrontiert. Experten bitten darum, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen, was eine der besten Möglichkeiten ist, das neuartige Coronavirus zu entfernen. In Indien ist es jedoch für die Obdachlosen und die Tausenden städtischen Armen, die in den Slums der Großstädte und Dörfer leben, eine fast unlösbare Aufgabe, eine gute Hygiene aufrechtzuerhalten. Auch wir in Shraddha Vihar nutzen das Wasser kaum, da der Wasserstand in unseren Brunnen gesunken ist.

 

Kinderheime im Umgang mit COVID-19

Unsere Kinderheime sind die Aufenthaltsorte, die den Kindern Unterkunft, Betreuung und Bildung bieten. Während des Lockdowns werden die Kinder im Wesentlichen mit Anweisungen von „dürfen“ und „nicht dürfen“ beschäftigt und mit Schulungen über Gesundheit und Hygiene.

 

„Social distancing“

Das „social distancing“ (Abstandsregeln) wird an allen Orten wie Speisesaal, Schlafsaal, Studienraum und bei der Durchführung von schulischen und außerschulischen Aktivitäten praktiziert. Alle Schwestern beteiligen sich aktiv daran, darauf zu achten, dass die Kinder untereinander engen Kontakt vermeiden.

Gesundheit und Hygiene

Die Realität von COVID-19 hat uns gelehrt, uns gewissenhaft zu bemühen, unsere Hände in regelmäßigen Abständen 20 Sekunden lang mit Seife, Desinfektionsmitteln und Wasser zu waschen und Masken zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.  Jedes Kind trägt eine Maske.

 

Bleibt zuhause

Zuhause zu bleiben kann Leben retten, weil dadurch die Ausbreitung des Coronavirus verhindert wird. Daher werden die Kinder durch verschiedene Aktivitäten beschäftigt, wie z.B. Orientierung über Bewältigung aller Lebenssituationen, Studienstunden, Grammatik, Yoga-Meditation, Zeichnen-Malen, kreative Sitzungen, Tanz-Gesang, Computerunterricht, Gartenarbeit und Teambildungs-Sitzungen.

Anweisungen für die Frauen und Kinder:

Das Personal und die Kinder werden regelmäßig geschult, um die Anweisungen einzuhalten. In diesen Zeiten beten wir für die Sicherheit und Genesung aller, und dass wir weiterhin alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von uns selbst und allen, die in unserer Obhut sind, zu gewährleisten.

Wir wissen deine Liebe und Sorgen um jede von uns und unsere Armen und die unmittelbare Unterstützung unserer Hilfsmaßnahmen in einer der schwierigsten Zeiten, die wir gemeinsam erleben, zu schätzen.

Schwester Pushpy (Priya) Alappadan

General-Oberin der Helpers of Mary“