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Andheri Helferkreise in Nütschau

„Indiens Arme brauchen weiter unsere Hilfe“. Unter diesem Motto stand die Tagung der elf deutschen Andheri Helferkreise, die die indische Ordensgemeinschaft der „Helpers of Mary“ unterstützen. Die Tagung fand vom 27. bis 29. April 2012 im Kloster Nütschau (Schleswig-Holstein) statt. Denn die in den Medien verbreitete Darstellung, dass Indien auf dem Weg zu einer Wirtschaftsweltmacht sei, verzerrt die Realität . Zwar verfügen die hundert reichsten Inder über ein Vermögen, das einem Viertel des Bruttoinlandsprodukts entspricht – die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich aber immer weiter. Indien hat 800 Millionen Arme, also Menschen, die von weniger als einem Euro am Tag leben müssen und beherbergt damit 40 Prozent aller Armen dieser Welt, Indien hat nach wie vor die meisten unterernährten Kinder auf der Erde – jeden Tag verhungern dort 2.500 Kinder, die meisten von ihnen Mädchen – und jeden Abend gehen 70 Prozent der indischen Bevölkerung hungrig schlafen. In einem halben Jahrhundert Unabhängigkeit haben es weder der indische Staat noch die internationale Entwicklungshilfe geschafft, der Mehrzahl der Inder zu einem menschenwürdigen Dasein zu verhelfen. Deshalb sind kleinere Initiativen gefragt, weil sie am wirksamsten sind, vorausgesetzt sie arbeiten mit einem guten Partner vor Ort. Den haben die elf interkonfessionellen deutschen Andheri Helferkreise in den Helpers of Mary gefunden. Dieser von einer deutschen Nonne gegründete, mittlerweile aber rein indische Orden mit seinen 301 Schwestern unterhält 63 Stationen (davon vier in Afrika). Dort wird vorrangig die Bildung und Ausbildung von Mädchen und Frauen gefördert, weil dies der effektivste und billigste Schlüssel für jegliche Entwicklung ist. Daneben betreiben die Marys unter anderem Waisen- und Kinderhäuser, sie kümmern sich um Aids-, und Krebskranke in ihren Minikliniken, sie organisieren Frauengruppen, bilden weibliche Führerpersönlichkeiten aus, schulen Barfußkrankenschwestern, ziehen Kleinkreditgenossenschaften auf, kurzum: machen all das, wo ihr Staat versagt, und sind dabei höchst erfolgreich. Diese wichtige Arbeit ist allerdings nur möglich, weil die über ganz Deutschland verstreuten elf Helferkreise seit vielen Jahren unermüdlich Spenden sammeln, da die Marys über kein eigenes Einkommen verfügen. Auf der Jahrestagung der deutschen Andheri Helferkreise wurde allerdings berichtet, dass das Märchen von dem angeblich reichen neuen Indien die Spendenbereitschaft in Deutschland erheblich beeinträchtigt hat.

Teilnehmer der Jahrestagung der Andheri Helferkreise 2012

Teilnehmer der Jahrestagung der Andheri Helferkreise 2012 in Nütschau